Feldbus: Advanced Diagnostics macht Feldbus noch zuverlässiger
Prozesssteuerung mit dem Feldbus
Moderne Feldgeräte sind heute in der Lage, zusätzliche Statusinformationen zu liefern, wie zum Beispiel die kumulierte Betriebszeit oder den Ausfall von Ventilen oder andere Informationen über die Nutzung einzelner Komponenten. Das ermöglicht eine vorbeugende Wartung, die nicht allein auf fest vorgegebenen Wartungsintervallen beruht, sondern sich zugleich am tatsächlichen Status des Feldgeräts orientiert. DCS-Hersteller stellen für diese Aufgabe umfassende Systeme zum Anlagenmanagement bereit. Dabei steht eine am tatsächlichen Bedarf orientierte Wartung im Vordergrund, die im Vergleich zu herkömmlichen Methoden in vielen Fällen mit doppelt so langen Wartungsintervallen auskommt.
Als weiterer Vorteil kommt die Fernkonfiguration der Feldgeräte über den Feldbus hinzu, die dazu beiträgt, Rüstzeiten sowohl bei der Batchproduktion, als auch beim Austausch eines Feldgeräts im laufendem Betrieb zu verkürzen. Messbare Vorteile, die dazu beigetragen haben, dass der Feldbus selbst im konservativen Bereich der Prozessautomation immer mehr an Bedeutung gewinnt.
Advanced Diagnostics entmystifiziert die Feldbuskommunikation
Das Advanced Diagnostic Modul überwacht die physikalische Ebene des Feldbusses bei laufendem Betrieb.
Moderne Feldbus-Diagnosetools – wie das Advanced Diagnostic Module für den FieldConnex® Power Hub – machen die physikalische Ebene und die Kommunikation des Feldbusses transparent. Das Modul misst Merkmale, wie Betriebsspannung, Stromfluss, Signalstärke, Rauschabstand oder Pegelschwankungen. Es ist in der Lage, die Kommunikation zu überwachen und dabei zwischen Segment- und Geräteinformationen zu unterscheiden. Der Anwender erhält vom Diagnostic Manager eindeutige und unmissverständliche Informationen und hat damit einen umfassenden Überblick über die Ursachen, die zu einem äußerlich zunächst nicht nachvollziehbaren Verhalten führen.
Abnormale Situationen
- Verwendung eines vorhandenen alten Kabels mit falschen kapazitiven und induktiven Werten.
- Wasser, das in ein undichtes Gehäuse sickert, bewirkt Korrosion und damit ein Nachlassen der Signalqualität.
- Sich lösende Steckverbindungen infolge von Vibrationen.
- Zeitbedingte Alterung von Feldgeräten und Kabeln.
- Unsauber aufgelegte Litze der Schirmung führen zu schlechter Isolation zwischen den zwei Leitern oder gegen Masse.
- Unzureichende Erdung und Abschirmung führt zu einem verringerten Störabstand.
Das Zusammenwirken mehrerer solcher Umstände führt nicht selten zu einer der oben genannten Situationen. Jeder einzelne davon kann bestimmte Werte der physikalischen Ebene so verändern, dass sie nicht mehr den Spezifikationen entsprechen, ohne dass dadurch zwingend die Kommunikation unterbrochen wird. Der Feldbus ist eigentlich recht robust, doch wenn mehrere Faktoren bereits eine Grenzsituation herbeigeführt haben, kann eine zusätzliche Störung – zum Beispiel der Start eines Motors durch einen Frequenzumrichter in unmittelbarer Nähe der Feldbusleitung – dazu führen, dass dieses Feldbussegment nicht mehr einwandfrei funktioniert und die Kommunikation zeitweise gestört wird.
Die Feldbusphysik ist alles andere als mysteriös. Sie erfordert lediglich eine eindeutige Fehlererkennung durch Tools, wie das Advanced Diagnostic Module. Damit lassen sich alle oben genannten Zustände problemlos erkennen und können dann zu gegebener Zeit behoben werden. Bereits bei der Installation ergibt sich eine höhere Qualität und damit eine bessere Fehlertoleranz. Dazu kommt, dass die Anwender auf Probleme aufmerksam gemacht werden, bevor diese den Prozessablauf beeinträchtigen können.
Warnanzeigen und Alarme für proaktive Intervention
Kommunikation: Das Signal wird auf die Betriebsspannung moduliert. Dabei werden einzelne Bits als steigende oder fallende Flanken mit 1 Volt von Spitze zu Spitze übertragen. Die Feldbuskommunikation wird dadurch extrem stabil.
Optimierte Produktion auf der sicheren Seite
Ein genau abgestimmtes und proaktiv gewartetes Feldbussystem mit den dazu gehörigen Geräten wirkt sich nicht nur positiv auf die Verfügbarkeit des gesamten Systems und die Produktqualität aus. Es führt auch dazu, dass Betreiber, Bediener und Wartungsmannschaft eine Sorge weniger haben – denn die bisher als unbekannte Größe eingeschätzte Feldbusinstallation ist mit dem FieldConnex® Advanced Diagnostic Module von Pepperl+Fuchs jederzeit überschaubar und transparent.