Wägetechnik mit Termex
Eigensichere, eichfähige Wägetechnik mit Pepperl+Fuchs EXTEC Bedienterminals zur Abfüllung von Kohlendioxid, Propangas und Kältemitteln.
A. Friedrichs Industriebedarf ist ein alteingesessenes Unternehmen in Bremerhaven. Es wurde 1921 im Fischereihafen Ost als Schiffsausrüster-Handelsunternehmen gegründet. Die rasante Entwicklung der Technologien auf Schiffen erforderte nach und nach die Umstrukturierung zum Anbieter von technischem Industriebedarf. A. Friedrichs liefert heute fast alles von Asbesthandschuhen, Hochdruckschläuchen, Kugellagern bis hin zu CO2 für Zapfanlagen.
Werksgelände A. Friedrichs Industriebedarf
Geschäftsfelder
Die Entscheidung, das Abfüllen von Kältemitteln mit ins Portfolio aufzunehmen erfolgte 1969. A. Friedrichs beliefert die ortsansässige Polarforschung mit Kältemitteln für Eiskernbohrungen. 1978 kam das Abfüllen von Propan hinzu. Neben Forschungslaboratorien zählen sowohl Kunden aus dem Lebensmittelbereich als auch private Camper zur Stammkundschaft von A. Friedrichs Industriebedarf.
Weitere Geschäftsfelder:
- das Abfüllen von Kohlendioxid (CO2) für Firmen aus den Bereichen Feuerlöschtechnik und Zapfanlagen sowie
- die Versorgung von Gabelstaplern mit Industriegas für die in der Nähe angesiedelten Fischhallen und für diverse ortsansässige Schrotthändler.
Um dem stetig steigenden Bedarf Rechnung zu tragen, beschloss die Geschäftsführung, ein neues Verkaufsgebäude mit einer neuen Abfüllanlage für CO2, Kältemittel und Propangasabfüllung zu errichten.
Projektanforderungen
Bis dahin war pneumatische Technik zum Wiegen der Abfüllungen eingesetzt worden. An deren Stelle sollte am neuen Standort die genauere elektronische Wägetechnik eingesetzt werden. Voraussetzung dafür war, dass zur Eichfähigkeit der Waage mindestens die Genauigkeit C3 (3000 Skalenschritte) erreicht wird. Die abzufüllenden Gase sind klassifiziert für die Ex-Zone 1 als explosionsgefährdete Stoffe (Kategorie II G). Demzufolge musste die gesamte Anlagentechnik für den Ex-Schutz in Zone 1, II T4 ausgeführt werden.
Abfüllstation
Aufgrund der explosionsschutztechnischen Anforderungen an die Wägetechnik war es nicht möglich, Standardprodukte einzusetzen. Die Suche nach der Kombination von eichfähiger Wägetechnik für Gewichte bis 1.500 kg und explosionsgeschützten Bedienterminals in einer Einheit führte zu Pepperl+ Fuchs EXTEC, als möglichem Lieferanten dieser Technologie.
Die Pepperl+Fuchs EXTEC Wägemessverstärker Ex-AWU in Verbindung mit den grafikfähigen, eigensicheren TERMEX Bedienterminals waren die ideale Kombination für den Einsatz in einer Abfüllstation. Die im Edelstahlgehäuse mit Wandanbringung verbauten Geräte mit Zulassung für den explosionsgefährdeten Bereich der Zone 1 wurden als Bedienpulte eingerichtet. Besonderer Vorteil: Die Anzeige- und Bedien-Panels vereinen eine eichfähige Wägeanzeige mit Stationsbedienung und Visualisierung in einem einzigen Display.
Realisierung
Insgesamt sind drei Abfüllstationen mit je einem TERMEX Gerät im Einsatz. Die einfache Bedienung und die bedienerfreundliche Tastatur waren ausschlaggebende Argumente für die Entscheidung, Pepperl+Fuchs EXTEC-Technologie einzusetzen. Die Anzeige besticht durch ausgezeichnete Lesbarkeit sowohl der Bedienerführung als auch der Anzeige von Texten und Messwerten. Dazu wurde die größtmögliche Schriftdarstellung von 20 mm programmiert.
Termex Bedienterminal
Die Wägeplattformen wurden als Eigenkonstruktion mit jeweils vier Ringtorsions-Wägezellen (eine Zelle in jeder Ecke) ausgeführt, um eine hohe Robustheit der Plattformen für den Wägeeinsatz unterschiedlichster Stahlflaschen oder Container zu gewährleisten. Eine 10 mm starke Stahlplatte schützt die darunter liegende Ex Wägetechnik, eingebettet in einen massiven Stahlrahmen. Bei den alten Anlagen kam es im Lauf der Zeit immer wieder zu Schwierigkeiten mit den Waagen, da die Mechanik den Belastungen durch die schweren Stahlzylinder und Container nicht gewachsen war. Die Folge waren wiederholte Probleme bei der regelmäßigen Eichung der Waagen. Also entschloss sich die Geschäftsführung von A. Friedrichs Industriebedarf für eine Eigenkonstruktion, die den speziellen Belastungen gewachsen ist.
Universelle Bedienterminals für den Ex-Bereich
Wird ein Bedienterminal an einer Anlage oder Maschine im explosionsgefährdeten Bereich eingesetzt, steht natürlich zunächst der Sicherheitsaspekt im Vordergrund. Daher sind unsere Geräte nach den geltenden europäischen Richtlinien zertifiziert (II 2G EEx ib IIC T4 für den Einsatz in den Zonen 1 und 2). Daneben spielt aber auch die Bedienerfreundlichkeit eine wesentliche Rolle. Eine leicht verständliche Bedienoberfläche, klare Gliederung der Bedienschritte und eine übersichtliche Darstellung der Maschinen- und Anlagedaten tragen erheblich zur Sicherheit der Anlage bei. Nur wenn auch die Bedienung klar und unmissverständlich gestaltet ist, können Fehlinterpretationen und Fehlbedienungen in sicherheitsrelevanten Anlagenteilen vermieden werden. Einen wichtigen Beitrag hierzu liefern die kontrastreichen Text- und Grafikdisplays der Produktfamilie TERMEX. Je nach Kundenanforderung lassen sich Anlagenlayouts und Eingabefelder in verschiedenen Schriftgrößen oder im Zusammenspiel mit Symbolen gestalten und auf dem frei Bildschirm positionieren.
Übersicht: Termex Bedienterminals
Robustheit
Der Geräte aus der Produktfamilie TERMEX sind konzipiert für den Einsatz im rauen Industrieumfeld, die mechanische Ausführung ist demzufolge sehr robust:
- Schutzart IP65 auf der Frontseite
- Displayscheibe aus bruchsicherem Glas
- Gehäuseausführung in Edelstahl
- die eloxierte Frontplatte mit Polyesterfrontfolie und umfassender chemischer Beständigkeit
Steuerungstechnische Integration
Projektierungswerkzeug TERMEX pro
Für die Einbindung in die SPS oder einen Steuerrechner stehen unterschiedliche physikalische Schnittstellen wie RS232, RS485 und TTY zur Verfügung. Für den Datenaustausch beherrschen die TERMEX Bediengeräte neben der ASCII Terminal Kopplung die üblichen Kommunikationsprotokolle der Automatisierungstechnik: Siemens S5 Programmierschnittstelle AS511 und 3964R/RK512, Siemens S7 MPI, Allen-Bradley DF1, Modbus/RTU, PROFIBUS DP.
Die Projektierung und Parametrierung der Geräte aus der Produktfamilie TERMEX erfolgt mit dem grafisch orientierten Projektierungswerkzeug TERMEX pro. Der übersichtliche Aufbau dieses Werkzeugs erlaubt ein schnelles und intuitives Projektieren.
Funktionalitäten:
- freie Verwendung von Text und Grafik
- Einbindung von Bitmaps für verfahrenstechnische Symbole
- umfangreiche Alarmverwaltung
- variablengesteuerte dynamische Balkengrafen mit konfigurierbaren Grenzwerten
- Verwendung dynamisierter Grafikelemente
Eigensichere Schnittstellen
Digitale und serielle Schnittstellen sind bei der Produktreihe TERMEX standardmäßig integriert. Optional lassen sich hier bis zu drei serielle Peripheriegeräte wie z. B. Ex-Waagen und Barcodeleser direkt anschließen. Für die Ankopplung von externen Schaltern und Tastern oder Ventilen, Blitzleuchten und Alarmgebern stehen drei digitale Eingänge nach NAMUR und drei digital isolierte Ausgänge vor Ort zur Verfügung.
Die Produktfamilie TERMEX als etabliertes Human-Machine-Interface für den Ex-Bereich ist die moderne, zukunftsweisende Systemlösung für kleine bis mittelgroße Applikationen.