Modernisierungsprojekt bei Bandar Imam Petrochemical
Nachdem die Anlage über nahezu 34 Jahre kontinuierlich ausgebaut wurde und dabei auch den acht Jahre andauernden Krieg zwischen dem Iran und dem Irak überstand, hat sich der Bandar Imam Petrochemical Complex (BIPC) zu einem der größten Industrieansiedlungen im Iran entwickelt.
In der Anlage wurde ein pneumatisches System zur Steuerung der meisten Produktionsbereiche eingesetzt, darunter Olefin, HDPE, PP, NF und acht weitere Produkte. Die Versorgung mit Ersatzteilen stellte jedoch zunehmend ein Problem dar, so dass sich die Werksleitung zur Modernisierung des Steuerungssystems entschloss, besonders auch im Hinblick auf die Aufrechterhaltung der Produktqualität. Von der bestehenden pneumatischen Lösung sollte auf die neueste Technologie in der Prozessautomation umgestellt werden, den Foundation Fieldbus. Endgültig spezifiziert wurde eine kombinierte Lösung, die aus dezentralisierter Steuerung und separatem Sicherheitssystem besteht und als "Hybridlösung" bezeichnet wird.
Im Jahre 2002 begann ein Konsortium von drei ortsansässigen Unternehmen mit der Detailkonstruktion, wobei Pepperl+Fuchs das Projekt von Anfang an begleitete. Die Mehrzahl der petrochemischen Anwendungen befindet sich in der Zone 1 und sollen mit FISCO oder dem High Power Trunk Konzept gegen Explosionen geschützt werden. Da das Konzept des High Power Trunks zu der Zeit noch recht wenig bekannt war, schulte Pepperl+Fuchs die Projektingenieure im Einsatz von Feldbus-Lösungen im explosionsgefährdeten Bereich. Am Ende wurde der Einsatz von drei FieldBarriers pro Segment festgelegt, über die durchschnittlich zehn Feldgeräte angeschlossen wurden. Außerdem wurden 20 % an zusätzlicher Kapazität für FieldConnex Temperatur Multi-Inputs vorgesehen, damit die bestehenden Thermoelemente und Widerstands-Temperaturfühler mit dem neuen System kommunizieren können.
Im Laufe des Jahres 2004 wurde ABB mit der Installation des Steuerungssystems für den ersten Projektabschnitt auf Basis des Power Hub Systems von Pepperl+Fuchs beauftragt. Die dafür erforderlichen Komponenten wurden 2006 geliefert und der Produktionsbereich Olefin wird derzeit von einem örtlichen Unternehmen modernisiert.
Als nächster Schritt wurde die Modernisierung des Bereiches HDPE ausgeschrieben. Im Wettbewerb zwischen drei Leitsystemen erhielt ein ortsansässiges Unternehmen den Zuschlag für eine Lösung auf Basis von Honeywell Controllern und LB Remote I/O Systemen von Pepperl+Fuchs in Kombination mit Power Hubs und FieldBarriers. Diese Lösung wurde schrittweise an die Anforderungen und Spezifikationen des Anwenders angepasst.
Für das BIPC-Projektteam war diese Lösung eindeutig sinnvoller, effektiver und zuverlässiger als andere Alternativen. Daher wurde entschieden, auch die bevorstehenden Projekte auf Basis derselben Konzeptgrundlagen zu verwirklichen. Hierbei handelt es sich sowohl um Modernisierung bestehender Anlagen als auch um den Aufbau vollständig neuer Anlagenteile auf dem gleichen Gelände. Jedes Jahr soll ein Modernisierungsprojekt innerhalb des Bandar Imam Petrochemical Complex abgeschlossen werden, wobei Pepperl+Fuchs als bevorzugter Lieferant für die erforderlichen Foundation Fieldbus Komponenten benannt wurde. Gegenwärtig trifft das Advanced Diagnostics Modul auf breite Akzeptanz des Anwenders. Dessen Funktionalitäten zur Diagnose der physikalischen Feldbusebene sollen daher in allen Projekten zum Einsatz kommen.