Der Feldbus – In Gang und im Griff
Die Inbetriebnahme des Feldbusses mit fortschrittlichen Diagnosewerkzeugen
Feldbus und 4…20 mA-Technik haben in der Installation mehr gemeinsam als man auf den ersten Blick sieht. Kabel müssen ordnungsgemäß verlegt sein. Schirmungs- und Erdungskonzepte sehen ähnlich aus und müssen für die Anlage korrekt ausgewählt sein. Ungewohnt ist für viele Anwender, dass bis zu 31 Teilnehmer an ein Feldbussegment angeschlossen sind und dieses gemeinsam für die Energieversorgung und die Kommunikation nutzen. Auch das Explosionsschutzkonzept muss darauf abgestimmt sein, dass mehrere Teilnehmer an einer Leitung angeschlossen sind. Maximale Leitungslängen von bis zu 1.900 m spezifiziert die relevante Norm IEC 61158-2. Hier hat sich eine Topologie mit Stammleitung (engl.: Trunk) und Stichleitungen (engl: Spurs) durchgesetzt. Jedes Feldgerät wird über einen eigenen Spur an den mit hoher Energie versorgten und deswegen in erhöhter Sicherheit verlegten Trunk angeschlossen. Praktisch alle modernen Installation werden so ausgeführt.
Die Signale messbar – die Qualität im Griff
Online Diagnosebericht Feldbus
Neue Prozeduren, hohe Effizienz
Im Prüflabor vorparametrierte Feldinstrumente werden alle direkt an den Feldbus angeschlossen. Mes-sung, Dokumentation und Inbetriebnahme sind zu einem einzigen Arbeitsschritt zusammengefasst. Eine Fehlersuche kann, soweit überhaupt notwendig, im Anschluss daran durchgeführt werden.
Von der Leitwarte aus führt der Inbetriebnehmer alle erforderlichen Arbeiten mit Hilfe des Advanced Di-agnostic Modules durch. Messung und Protokollierung der Arbeiten werden durch Menüs und Abfragen einfach erledigt. Die vollständige Dokumentation wird automatisch erzeugt und wahlweise in elektronischer Form oder Papierform bereit gestellt. Dabei wird sichergestellt, dass:
- Die Installation den Vorschriften der Norm IEC 61158-2 entspricht.
- Jedes Feldgerät die Forderungen des gewählten Feldbusstandards erfüllt.
Außerdem wird die Leistungsreserve jedes Feldbussegments ermittelt.
Die Prozedur kann jetzt wie folgt aussehen:
- Alle Segmente und Feldinstrumentierung sowie die Feldbusstromversorgung anschließen.
- Die Schirmung visuell überprüfen – Die Schirmung ist an jedem Feldgerät sauber aufgelegt und isoliert.
- Feldbusstromversorgung einschalten und die Leittechnik aktivieren, damit alle Feldgeräte angesprochen werden.
- Mit dem Advanced Diagnostic Module alle Messungen durchführen, abspeichern und dokumentieren.
Mit dieser kurzen Testprozedur lässt sich viel Inbetriebnahmezeit einsparen. Außerdem ist das technisch tiefe Expertenwissen über den Feldbus nur noch für die Überprüfung der im Test durchgefallenen Segmente notwendig. Die unter immer höherem Zeitdruck durchzuführenden Installations- und Inbetriebnahmearbeiten werden trotzdem mit hoher Qualität durchgeführt.
Der Inbetriebnehmer wird dabei durch clevere Dialoge unterstützt: Zunächst wird der Trunk vermessen und die Versorgungsspannung sowie der Laststrom ermittelt. Eine Erdschlussmessung wird für beide Adern durchgeführt. Danach werden die Kommunikationssignale jedes Feldgerätes auf Stärke, Rauschen und Jitter überprüft. Grenzwerte für die Onlineüberwachung der Feldbusphysik werden vorgeschlagen und im Diagnosemodul abgelegt.
Das alles und mehr wird ermöglicht durch die Integration des Diagnosemodules in die Stromversorgung, ohne dass auch nur eine einzige Klemme für den Anschluss von Messgeräten angefasst werden muss. Die Verdrahtung im Schaltschrank bleibt unbeeinträchtigt.